Montag, 7. Dezember 2009

Musical Monday



Es ist lustig, wenn man etwas über sein Wochenende schreiben möchte, aber genau weiß, dass die meisten derer, die hier mitlesen, ja dabei waren. Nun ja, für die, die ich am Wochenende nicht gesehen habe: Ich war mal wieder in Berlin. Ihr habt jetzt ein Déja-Vu und denkt "Wie viele Geschichten von Birte fangen eigentlich noch mit diesen Worten an?"? Glaubt mir, mir geht es langsam ähnlich beim mittlerweile siebten Besuch seit letztem Dezember. Ich war in den letzten 12 Monaten echt häufiger in Berlin als im Norden, dabei ist die Fahrt nur minimal kürzer - hiermit entschuldige ich mich dafür im Norden! ;)

Diesmal zog mich einerseits die Nikolausparty von Christian und Martin dorthin, aber auch die Tatsache dass zufällig auch Laura in der Stadt war. Mit ihr hab ich Abi gemacht und sie ist seither durch die halbe Welt gegondelt und nur ab und an mal zu fassen. Im Moment arbeitet sie in Mosambik bei der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit). Das hat weniger mit Technik, sondern viel mehr mit Entwicklungshilfe zu tun. Sie ist zum Beispiel an einem Projekt beteiligt, dass die Dezentralisierung im Land vorantreiben soll und berät dabei die mosambikanische Regierung. Verabredet haten wir uns für Samstagnachmittag auf einen Kaffee und waren in einem wirklich sehr lauschigen Café in Kreuzberg - der Hubertuslounge. Hier sind die Karten in alten Fotoalben versteckt (es geht ziemlich schnell, dass man mehr in den Fotos versinkt, als dass man sich was zu trinken aussucht) und man kann in alten, coolen Sofas lümmeln. Ich liebe solche Läden - und Laura war ganz nostalgisch darüber, mal wieder in ihrer alten Ecke in der Eisenbahnstraße zu sein.

Als ich einen Milckkaffee bestellt habe, meinte Laura nur "Ohh, wie in alten Past-Zeiten!". In unserer Schulzeit sind wir in jeder Freistunde (und oft genug auch, wenn wir keine Lust auf Erdkunde hatten) ins nächstbeste Auto gestiegen und ab ins Past Ten gefahren. Das Past Ten war das, was einem Szeneladen in Neumünster noch am nächsten kam: Klein, urig, voller Sofas und wackliger Tische und mit Bedienungen, die eher alternativ-locker drauf waren. Außerdem gab es das weltbeste Schülerfrühstück (denn für Studenten hat es in NMS nicht gereicht): zwei halbe, belegte Brötchen, ein Stück Obst, ein Ei und ein Heißgetränk für phänomenale fünf Mark! Ach, und der Wirt Dirk war einfach der netteste überhaupt. An dem Tag, als er Vater wurde, hat er jedem Gast einen Sekt ausgegeben und wusste sowieso immer besser als man selbst, was man essen wollte. Leider gibts das Café nicht mehr, Dirk arbeitet mittlerweile bei der Postbank...

Wie auch immer, es war wunderbar Laura mal wieder zu sehen und natürlich ging es viel zu schnell vorbei - aber wer nur alle Jubeljahre in der Stadt ist, in der man geboren wurde und studiert hat, der hat halt nen Arsch voll Termine. Immerhin konnte ich so noch ein wenig bei den Vorbereitungen für die Party helfen und habe endlich, nach 28 langen Jahren meines Lebens, gelernt, wie man eine Orange fachgerecht bürstet. Wurde ja auch mal Zeit - wenn ich jetzt morgen von einem Bus überrollt werde, ist das eine Sache weniger, die ich bereuen muss. Glück gehabt!

Die Party selbst ist leicht zusammenzufassen: Bier, Futter, Feuerzangenbowle (Getränk und Film), mehr Bier, Sancho und Pancho, noch etwas Bier, Mac Gyver - und Bier. Phänomenal das Frühstück am nächsten Morgen, zu dem wir elf Leute an den Tisch gequetscht haben, der sechsen Platz bietet. Und auch wenn wir alle leicht müde waren und unser Indoor-Equipment teilweise verfluchten (meine Isomatte wird in nächster Zukunft feierlich entsorgt), war es sehr lustig.

Nach dem Frühstück bin ich noch schnell nach Schöneberg gejettet um Steffi zu besuchen und mich mit einem Kaffee versorgen zu lassen. Auch diese eine Stunde viel zu wenig natürlich....ich möchte wirklich, dass bald das Beamen erfunden wird!

Also - Auf Wiedersehen, Berlin! Wir sehen uns vermutlich nächstes Jahr wieder. So long...

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