Montag, 16. November 2009

Wochenendtrip

Am Wochenende bin ich im Schwarzwald gewesen, um meine Schwester und ihren Freund mal wieder zu besuchen. In der Familie meiner Mutter ist es Sitte und Tradition jeweils am letzten Wochenende vor dem ersten Advent gemeinsam Adventskränze zu binden. Und ich dachte, da Tina und ich beide hier unten im Süden hängen, könnten wir einfach ein gemeinsames vorweihnachtliches Wochenende verbringen, wenn auch ohne Adventskranzbinderei. Also hab ich mich direkt auf den Weg gemacht.

Ich habe erst ziemlich mit der Entscheidung gehadert, Samstag früh zu fahren. Denn trotz relativer räumlicher Nähe ist man mit dem Zug 4 Stunden unterwegs, bis man endlich in Freudenstadt angekommen ist. Und damit sich dann der Aufenthalt noch etwas lohnt, bin ich morgens um halb acht in den Zug gestiegen...nach einer nicht sehr von Schlaf geprägten Nacht hätte ich mir am liebsten Kaffee intravenös gegönnt. Aber immerhin habe ich mich an jedem Stopp mit neuem Yorma's-Kaffee versorgt. Als der Zug dann gerade Nürnberg verlassen hatte, habe ich mir schon meie Lektüre bereitgelegt und hatte schön geplant, dann einfach irgendwann in den Schlaf überzudämmern.

Übrigens sehr passende Lektüre, weil ich bei Freudenstadt immer an Freudenhaus denken muss.

Das hätte allerdings auf keinen Fall an der Güte des Buches von Gabriel García Márquez gelegen, denn "Erinnerung an meine traurigen Huren" ist wirklich ein sehr schönes Buch. Ich würde es nicht unbedingt als fesselnd bezeichnen, aber Márquez ist einfach ein wundervoller Erzähler. Danke fürs Auseihen, Steffi! Ich schick es demnächst auf die Heimreise. Nun ja, ich wurde dann aber sowohl vom Lesen als auch vom Schlafen abgelenkt, denn vor den Zugfenstern begann ein so wunderschöner Morgen, dass ich gar nicht weggucken konnte. Blauer Himmel, Sonne, Frühnebel. Muss man mehr sagen? Durch eine Glasscheibe Bilder zu machen, ist immer schwer. Aber ich habs trotzdem versucht und stell hier mal zwei Ergebnisse rein.




Schade, dass der Rest des Wochenendes wetterlich nicht halten konnte, was dieser Morgen versprochen hatte - es hat viel geregnet, ab Stuttgart fast nur noch. Apropos Stuttgart...ist die Stadt eigentlich, wenn man mal richtig drin ist, genauso häßlich wie sie vom Zug aus immer aussieht? Das ist ja furchtbar, man sieht ja nur Häuser, Häuser, Häuser. Schlimm. Man ist ja beinahe geneigt, gewisse Unterlagen zurückzufordern, die man in diese Stadt geschickt hat.

Ein Mitbringsel gab es auch für mich. Was mir gar nicht bewusst war, eins meiner Lieblingsbiere - das Tannenzäpfle von Rothaus - kommt aus dem Schwarzwald. Im Grunde erkennt man es ja schon am Namen, ich hatte das trotzdem nicht auf der Rechnung. Beim Einkaufen habe ich entdeckt, dass es gerade ein winterliches Pendant gibt: Das Eiszäpfle. Da musste ich gleich mal zugreifen und bin gespannt, wie es schmeckt.

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