Freitag, 6. November 2009

Autorenlesungen

Ach, Leute,

ich hab mich im letzten Jahr ja ganz langsam an Hörbücher herangearbeitet und bin mittlerweile doch ziemlich begeistert. Ich schweife zwar mit den Gedanken immer noch häufig ab beim Hören und muss dann große Teile so einer CD nochmal hören - aber insgesamt finde ich es doch eine tolle Sache. Wenn das Hörbuch von einem guten Sprecher vorgelesen wird. Ich hab da grad wieder einen Fall von "der Autor überschätzt sich selbst" in meinem kleinen CD-Player liegen.

Feridun Zaimoglu, hoch gelobter türkisch-deutscher Autor, der nebenbei bemerkt in Kiel wohnt und dort am Theater arbeitet, hat schon einige recht bedeutende Auszeichnungen für sein Werk erhalten. Sein letztes Buch "Liebesbrand" wurde darüber hinaus landauf, landab hoch gelobt. Ich habe mich also sehr, sehr auf sein neuestes Werk "Hinterland" gefreut und voller Erwartung die erste CD gestartet. Und dann das: Der Autor liest selbst. Ich weiß nicht, wieso die Autoren sich und ihren Büchern das antun. Wozu gibt es ausgebildete, professionelle Sprecher? Man hört wirklich jeden Punkt und jedes Komma mit und von der "gefühlvollen Interpretation", die der Verlag dem Machwerk unterstellt, höre ich leider gar nichts.

Hier könnt Ihr eine Hörprobe anhören und mir dann Recht geben - schlimmer hat bisher nur Charlotte Roche bewiesen, dass Autoren sich aufs Schreiben konzentrieren sollten, statt ihre Bücher auch noch vorzulesen. In Roches Fall hätte sie vielleicht auch das Schreiben bleiben lassen sollen. Ich glaube es war Tommy Jaud, der im Vorwort eines seiner Hörbücher sagt, dass er lieber Christoph Maria Herbst lesen lässt - weil er einerseits sein Lieblingsschauspieler ist und er es außerdem besser kann. Wohl wahr!

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