Samstag, 8. Januar 2011

Vor dem Dioxin ist nach dem Gammelfleisch

Ich neige nicht dazu, in Weltuntergangsstimmung zu verfallen, wenn (mal wieder) böse Skandale über Lebensmittel bekannt werden. Ich ignoriere das in der Regel und denke mir, früher oder später wird mich einer dieser Krankheitserreger, die ich offenbar jeden Tag mitesse, wohl zur Strecke bringen. Bisher bin ich allerdings ohne offenkundige Symptome von Rinderwahn, Hühnergrippe, Schweinegrippe oder sonstigen Dingen durchs Leben gekommen.

Trotzdem - langsam fragt man sich doch wirklich, wie es immer wieder dazu kommen kann, dass Tiere, die wir essen, mit etwas gefüttert werden, was bei Menschen Krebs erregen kann. Wie kann denn in einem Futtermittelbetrieb in Schleswig-Holstein ein Dioxinwert ins Futter gebracht werden, der 77mal so hoch ist wie erlaubt? Wie kann denn ein Landwirtschaftsministerium, das für Kontrollen zuständig ist, sowas nicht mitbekomme? Wie können die Abnehmer dieses Futters es nicht merken? Wie können die, die dem Betrieb das Fett verkaufen (das nur für Dieselherstellung geeignet ist) denn nicht stutzig werden, wenn ein Futtermittelbetrieb es kauft?

Vielleicht sollte man doch langsam überlegen, ob man nicht illegal beginnt, auf dem Dachboden eine kleine Hühnerfarm zu halten, nebenan eventuell ein-zwei Schweine. Vertraue nur dem Tier, das du selbst vergiftet hast.

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