Normalerweise finde ich gute Vorsätze an Silvester ziemlich doof, weil man sich die auch einfach schon am 13. November fassen könnte. Wieso muss man auf das Ende des Jahres warten, um gute Vorsätze zu fassen? Und wieso muss man im neuen Jahr unbedingt irgendwas besser machen als im vorigen?
Aus diesem Grund fasse ich schon seit Jahren an Silvester schlechte Vorsätze. Das ist gleichzeitig eine Anti-Haltung gegen dieses gezwungene sich-auf-Knopfdruck-selbst-verbessern und es macht außerdem mehr Spaß. Wenn man sich vornimmt, mehr und ungesünder zu essen, weniger Sport zu machen, mehr fernzusehen und ähnliche Dinge, hat ma so oder so Spaß. Wenn man die Vorsätze einhält, hat man Spaß gehabt - und wenn nicht, hat man sich besser verhalten als geplant und kann Stolz auf sich sein.
So weit, so gut.
Dieses Silvester habe ich mich zwar wieder einmal nicht an der öffentlichen Bekanntgabe der eigenen guten Vorsätze beteiligt, im Stillen aber doch welche gemacht. Denn beim Nachdenken über das letzte Jahr hab ich für mich festgestellt, dass ich teilweise zu einem ziemlich unfreundlichen Menschen geworden bin oder auf dem Weg bin, zu werden. Sehr ungeduldig mit anderen, leicht reizbar, oft ungerecht. Und es fällt mir allzu leicht, meinen eigenen Ärger an anderen auszulassen. Das werde ich jetzt nicht von heute auf morgen ändern und auch nicht radikal. Manche meiner Unfreundlichkeiten müssen bleiben, die gehören zu mir. Ich bin eben kein besonders positiver Mensch. Aber das, was ich im Griff haben könnte, versuche ich auch im Griff zu behalten. Und einfach drüber zu stehen, wenn mich etwas nervt. Nur im Stillen zynisch drüber scherzen.
Ansonsten hat mein mp3-Player wieder mal sehr viel Verstand bewiesen. Als ich so nach der Party im U-Bahnhof saß und auf meine Bahn wartete, habe ich die Shufflefunktion genutzt. (Und zwar über den gesamten Bestand. Seit ich diesen neuen Player habe, versuche ich, das zu schaffen und es ging einfach nicht. Da ist man einmal sturzbetrunken, erinnert sich nicht dran, was man gemacht hat - und schon gehts. Ironie des Lebens, echt.) Und was spielt mein Player mir da? "Sunsceen" von Baz Luhrman. Sehr passend:
In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr!
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