Nachdem ich es mir jahrelang vorgenommen hatte, habe ich endlich angefangen "Die Säulen der Erde" zu lesen. Alle Familienmitglieder, die älter sind als ich, haben es gelesen und fanden es toll. Von allen Seiten wird einem vorgeschwärmt von diesem genialen historischen Roman.
Ich bin jetzt auf Seite 500 oder so (von 1300) und muss sagen, ich habe mich selten so gelangweilt. Nein, gelangweilt ist das falsche Wort. Geärgert. Geärgert, es angefangen zu haben und nicht einfach den Film geguckt zu haben. Geärgert, mir jahrelang ein schlechtes Gewissen gemacht zu haben, weil ich ein so "großartiges" Buch noch nicht gelesen hatte. Geärgert, weil bei all der Langatmigkeit nicht einmal die Sprache besonders herausragend ist. Geärgert, weil einem als Leser aber auch alles mindestens viermal gesagt wird, bevor der Autor offenbar dran glaubt, dass man es verstanden hat. Geärgert aber auch, weil mein Lesestolz mir jetzt sagt, dass ich es schon noch zu Ende lesen muss, denn wer weiß, vielleicht wird es ab Seite 530 ja ganz hervorragend und überraschend und wer weiß was. Vielleicht sagt William Hamleigh dann plötzlich nicht mehr jedes Mal, wenn er auftaucht "Niemand darf die Hamleighs zum Narren halten. Ich werde ihn vernichten." und so weiter, und so weiter. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Letztendlich glaube ich, dass es bis zum Ende weiterhin so dahinplätschert....da beeile ich mich lieber, damit wieder ein atemberaubend gutes Buch folgen kann...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen