Donnerstag, 30. Dezember 2010

Bücher 2010

32 Bücher sind es dieses Jahr geworden, gerade mal etwas mehr als halb so viel wie letztes Jahr. Nun ja, vielleicht wird es nächstes Jahr wieder mehr mit dem Lesen. Und welches sind meine Top 5? Nun, die Reihenfolge sagt dieses Mal nichts aus, diese fünf hab ich alle gleich gern gelesen:

Martin Suter - Lila, Lila

Martin Suter schreibt richtig schön locker und flüssig, unterhaltsam aber nicht seicht. Die Geschichte ist auch einfach gut ausgedacht - ein uninteressanter Typ findet in einem gebraucht gekauften Schrank ein Romanmanuskript und gibt es als sein eigenes aus, um eine Frau zu beeindrucken. Der fällt nix besseres ein, als ihn mit diesem Roman bei einem Verlag unterzubringen. Der Typ wird berühmt, was schön und gut ist, bis der eigentlich Autor hinter die Geschichte kommt. Wirklich sehr lesenswert - und auch die Verfilmung mit Henry Hübchen, Daniel Brühl und Hannah Herzsprung war absolut gelungen!

Raymond Chandler - Der große Schlaf

Raymond Chandler ist ja quasi der große, amerikanische Altmeister, was Krimis angeht. Stellt Euch einen klassischen Schwarz-Weiß-Krimi aus den 50'ern vor, in dem der Ermittler immer Trenchcoat und Hut trägt, die Ganoven noch Stil haben, haufenweise Zigaretten geraucht werden und die ganze CSI-Maschinerie noch nicht existiert. Solche Art Krimis schreibt Raymond Chandler. Sehr athmosphärisch dicht, durchaus witzig und nicht so leicht zu durchschauen. Ich habs gern gelesen und werd sicher noch den einen oder anderen Raymond Chandler folgen lassen.

Borger und Straub - Sommer mit Emma

Vermutlich eher ein Frauenbuch, allerdings im besten Sinne. Keines von diesen furchtbaren "Meine Schuhe passen nicht zu meinem Nagellack"-Dingern sondern Frauenbuch im Sinne von, es dreht sich viel um alle Arten von Beziehungen. Ich glaube, sowas lesen Frauen einfach lieber als Männer. Ich war gefesselt von der Familie, die es schafft, innerhalb von zwei Wochen idyllischem Urlaub alle lauernden und sicher gut gehüteten Geheimnisse und Befindlichkeiten auszugraben und sich darüber dramatisch zu entzweien. Am Ende wirds direkt tragisch. Aber genial geschrieben das ganze.

Markus Zusak - Die Bücherdiebin

Spielt während des zweiten Weltkrieges in Deutschland. Da verliert man die Lust ja schon nach drei Worten, denkt man. Nö, dieses Buch ist einfach anders. Schon die Erzählperspektive: Der Tod höchstpersönlich erzählt die Geschichte von Liesel, deren Mutter sie und ihren kleinen Bruder in eine Pflegefamilie gibt. Nicht nur, dass sie den Abschied von ihrer Mutter verkraften muss, auf der Fahrt in ihren neuen Wohnort stirbt auch noch ihr Bruder. Hier trifft der Tod das erste Mal auf Liesel und findet sie so faszinierend, dass er ihre ganze Geschichte erzählt. Und die hat Markus Zusak wirklich mal erfrischend unkonventionell (thematisch) und mit einem neuen Blick auf Deutschland in den 1940'ern geschrieben. Anrührend, wegen der Grausamkeiten, die in der Zeit geschahen, aber nicht mit diesem so bekannten Moral-Zeigefinger. Oft ist das Buch unglaublich komisch, mindestens mal zum Schmunzeln, gleichzeitig zum Mitfiebern und am Ende habe ich geflennt wie blöd. Lest es.

Anna Gavalda - Alles Glück kommt nie

Hab dieses Jahr ja gleich zwei Bücher von Anna Gavalda gelesen und fand sie beide ganz toll. Ich mag einfach ihren Schreibstil, wobei der von einem Buch zum anderen komplett anders ist. Aber eben beide Male gut. Ich kannte bisher nur Kurzgeschichten von, in denen sie auf 20 Seiten die tollsten Figuren beschrieben hat, unglaublich vielschichtig und "echt". Naja, und wenn man das auf 20 Seiten kann, ist es ja fast klar, dass das auch in Romanform klappt. "Alles Glück kommt nie" war etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang, man braucht n bißchen um reinzukommen. Aber wenn man erstmal so weit ist, entspinnt sich eine wunderbar verflochtene Sommergeschichte auf dem Land. Einfach schön.


Januar
Christian Kracht - Faserland

Februar
Brigitte Blobel - Rote Linien
Seth Grahame Greene - Pride and Prejudice and Zombies
Raymond Chandler - Der große Schlaf
Lia Hills - Leben ist auch keine Lösung

März
Ian Sansom - Bücher auf Rädern

April
Alice Kuipers - Sehen wir uns morgen?
Siri Hustvedt - Die Verzauberung der Lily Dahl
Salman Rushdie - Der Boden unter ihren Füßen

Mai
Jonathan Stroud - Bartimäus. Das Amulett von Samarkand
Robert Löhr - Das Erlkönig-Manöver
Brock Clarke - Leitfaden zum Abfackeln von Schriftstellerresidenzen
Rudolph Delson - Die Notwendigkeit des Zufalls in Fragen der Liebe

Juni
Borger & Straub - Sommer mit Emma
Rachida Lamrabet - Frauenland
Andrew Kaufman - Nach dir die Sintflut
Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein
Elisabeta Severina - Der Duft von zu Hause

Juli
Markus Zusak - Die Bücherdiebin
Philippe Dijan - Doggy Bag. Eins

August
Nagel - Wo die wilden Maden graben
Sebastian Glubrecht - Ja mei! Wie ich lernte, die Ehe zu schließen

September
Derek Landy - Skulduggery Pleasant 4, Sabotage im Sanktuarium

Oktober
Anna Gavalda - Alles Glück kommt nie

November
Rainer Moritz - Madame Cottard und eine Ahnung von Liebe
Armistead Maupin - Stadtgeschichten 2

Dezember
Ken Follett - Die Säulen der Erde
Jean Bauby - Schmetterling und Taucherglocke

2 Kommentare:

  1. Hach super, da hab ich ja wieder richtig was zu tun!!
    Ich find übrigens "Schneemann" von Jo Nesbø und "Die
    Kathedrale des Meeres" (?) noch empfehlenswert.

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  2. Mensch,

    und ich hab erst noch gedacht, ich lass das dieses Jahr weg....dann ist ja gut, dass ichs doch gepostet hab.
    "Die Kathedrale des Meeres" hatte ich auch schon in der Hand - dann besorg ich es mir wohl tatsächlich.

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