In Nürnberg ist es mal wieder verregnet und kalt - perfekt also, um mal wieder so ein ganz ruhiges Lesewochenende einzulegen. Zumal ungefähr 98% meines Freundeskreises derzeit auf dem örtlichen Musikfestival weilt um sich schamlos kurze Bandauftritte anzusehen, die sie mit teuer Geld bezahlt haben. Mal ernsthaft, 135 Euro für drei Tage Festival, ok - kann man ja vielleicht machen. Aber ich finde es unglaublich, dass eine tolle, neue, deutsche Band wie die Kilians, die gerade dabei sind populär und immer bekannter zu werden, mit 20 Minuten Spielzeit abgespeist werden.
Gut, sie haben gerade erst ihr zweites Album rausgebracht..aber 20 Minuten sind nun echt wenig. Ist ja auch egal, ich bin ja gar nicht erst hingegangen, weil mich eben genau das so nervt...
Ich habe mich also lieber in ein Buch vergraben und dabei schaukelnd in meiner Hängematte gelegen. Und zwar hat die tollste große Schwester auf der ganzen Welt (meine nämlich!) mir zu Weihnachten "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde geschenkt. Darin geht es vor allem um Thursday Next, eine Agentin der Spec-Ops (also, Special Operations). Ganz genau gehört sie zur Einheit 27, den Literaturagenten. Die Lit-Ags decken jede Art von Verbrechen gegen die Literatur auf, also zum Beispiel Fälschung von Klassikern und Raub von Manuskripten und so. Überhaupt, die Literatur hat einen sehr, sehr hohen Stellenwert in dieser Welt, die eine Parallelwelt zu der uns bekannten darstellt.
Hier gibt es ganze Parteien, die sich nur damit auseinandersetzen, das Ansehen William Shakespeares zu bewahren! Thursdays Onkel ist übrigens ein ziemlich genialer Erfinder und hat gerade eine Maschine entwickelt, mit der man in Bücher reinkommen kann und sich ganz nach Lust und Laune mal in den Klassikern oder jedem beliebigen Buch umsehen kann. Dummerweise wird Mycroft (der Onkel) von Thursdays Erzfeind Acheron Hades gekidnappt. Der entführt nun zunächst mal Nebenfiguren aus Originalmanuskripten, droht aber damit, Jane Eyre zu entführen, wenn Thursday nicht genau tut, was er will.
Spannend auf jeden Fall, geniale Ideen drin. Ich hab jetzt grad das zweite Buch der Reihe gelesen: "In einem anderen Buch" ... das ist noch witziger und einfallsreicher. Diesmal wird nämlich Thursdays Ehemann Langdon genichtet - das bedeutet, dass die ChronoGarde (die können durch die Zeit reisen), dafür gesorgt, dass er bei einem Unfall getötet wurde und zwar schon vor 30 Jahren. Damit ist seine Existenz vernichtet und niemand erinnert sich an ihn - außer Thursday.
Bei den Bemühungen, ihn zu retten (also re-aktualisieren zu lassen), wird sie unter anderem zu einer Jurisfiktion-Agentin ausgebildet. Die Jurisfiktion ist eine literatur-interne Untersuchungseinheit, die die fiktionalen Charaktere bestraft, wenn die unerlaubt ihre Geschichte ändern oder sich aus ihrem Buch entfernen und ähnliches....ihr seht schon, absolut abgefahren das ganze.
Ich kanns nur empfehlen, ich hab schon das dritte Buch "Im Brunnen der Manuskripte" hier liegen...im Sommer kommt das fünfte raus. Ich muss also noch zwei zwischenschieben.. ;) Übrigens, geilstes Zitat aus dem Buch: "Du hast jawohl nicht mehr alle Verben im Satz!" ... ich lach mich echt weg...
So, und jetzt les ich wieder, nämlich Skulduggery Pleasant 3!
Das klingt echt ziemlich abgefahren. Fast noch abgefahrener als die Sachen von Terry Pratchett. also genau richtig eigentlich... :-) Ich lese gerade noch "Vater Unser" zu Ende, bevor ich mich an den Stapel mache, den mein liebster Anknüpfpunkt (nämlich Du!!!) geschickt hat. Hach, wat jehtet uns jut!
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