Montag, 9. Januar 2012

Sherlock Holmes II - Spiel im Schatten

Ich habe vor einigen Wochen den ersten Sherlock Holmes mit Robert Downey Jr. und Jude Law gesehen und war weder besonders begeistert noch besonders gelangweilt oder enttäuscht. Das ist ja für Filme nicht unbedingt eine Auszeichnung, wenn sie es gerade so schaffen, dass man nicht wegschaltet.

Trotzdem wollte ich den zweiten Teil sehen. Ich würd jetzt gern sagen, dass ich Filmen eben gern eine zweite Chance gebe - die Wahrheit ist aber, dass ich jede Chance nutze, Jude Law auf der Leinwand zu sehen. So simpel und oberflächlich bin ich gestrickt und daher ging es bei erstbester Gelegenheit an Anja und Christian drangehängt ins Kino.


Und, was soll ich sagen? Ich fand den zweiten Teil viel besser als den ersten. Ich hatte das Gefühl, dass jetzt, wo der erste Teil ein Erfolg war, alle Macher sich getraut haben, so richtig loszulegen. Die Figuren sind eigenwilliger und dadurch witziger, die Story ist klarer, die Ideen abgedrehter....und das Tempo noch höher (wobei das jetzt nicht immer ein Vorteil ist). Holmes ist noch undurchsichtiger, noch genialer und gleichzeitig noch wahnsinniger - Watson ist noch vernünftiger, kann sich aber gleichzeitig noch schlechter gegen Holmes' Willen durchsetzen. Und ich finde auch, dass Jude Law und Robert Downey Jr. noch eingespielter wirkten.

Klar, Anspruch sieht anders aus und eine originalgetreue Verfilmung der Sherlock-Holmes-Bücher ganz sicher auch (oder hatte Conan Doyle die Geschichte womöglich schon ursprünglich als actionlastige Komödien mit detektivischen Einsprenkseln angelegt und nur Guy Ritchie hat's verstanden?). Ist mir aber auch wurscht, der Film ist gute Kino-Unterhaltung. Wer mehr Holmes mit Anspruch will, sollte dann aber vielleicht mal die Fernsehproduktion der BBC für sich austesten.

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