...bin ich schon den ganzen September ein bißchen, das stimmt. Das liegt vor allem an meinem neuen Job, der wesentlich anstrengender ist als der Redaktionsjob vorher. Habe ich mich vorher an manchen Tagen ziemlich gelangweilt, innerhalb der Firma per Urlaubsliste und firmeninternem Messenger Kollegen ein wenig hinterhergestalkt und mich jeden Tag auf den internen Newsletter gefreut (den ich dann eingehend studiert habe, um mich noch ein wenig von meinen Aufgaben abzulenken), sieht mein Alltag jetzt doch sehr anders aus:
Ich komme um acht in den Verlag, sichte sowohl mein persönliches E-Mailfach als auch die drei Sammelpostfächer, die meine Abteilung zu betreuen hat. Filtere meine Aufgaben raus und versuche sie so schnell wie möglich zu erledigen, damit die Redaktion nicht schimpft, dass wir zu langsam sind. Etwa um zehn geht es in die erste Besprechung, je nach Thema dauert diese ein bis zwei Stunden. Dann in die Mittagspause, hinterher in die nächste Besprechung. Um zwei wieder ein schneller Blick in die Postfächer - schnell alles beantworten und anfallende Aufgaben erledigen. Redakteure beschwichtigen, Aufgaben verteilen. Nebenbei den nächsten Monat planen, Zeitkapazitäten der Kollegen verteilen - wer macht wann was und wie lange? Kleine Zwischenaufgaben des Chefs erledigen, Exceltabellen anlegen, bereinigen, aufräumen, reparieren. Ans Telefon gehen, Informationen einholen, Informationen weitergeben. Blick auf die Uhr: 17 Uhr. Dabei war man doch gerade erst gekommen....je nach Arbeitsbelastung stehen dann noch 1 bis 2 Stunden Arbeit an....
An solche Dinge wie Newsletter zu lesen ist gar nicht mehr zu denken. Und gerade das ist schön: Man strengt den ganzen Tag den Kopf an, denkt mit, lernt, versteht Zusammenhänge, arbeitet endlich im Team, findet plötzlich Excel besser als Word, muss seine Fehler zugeben, rotiert gewaltig, arbeitet manchmal mehr als zehn Stunden am Tag und wundert sich, dass man trotz Urlaubs diesen Monat über 20 Überstunden erarbeitet hat.
Dabei bleibt im Moment noch die Freizeit ein wenig auf der Strecke, aber ich arbeite dran. Hier gehts hoffentlich auch wieder etwas gesprächiger daher - die nächsten Tage erzähl ich endlich mal ausführlicher von Irland und zeige noch ein paar mehr Bilder - der Urlaub war so genial, dass er mehr Erzählungen verdient.
Also....so long....
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