Sonntag, 1. August 2010

Barden getroffen

Salut!

Dieses Wochenende war und ist noch Bardentreffen in Nürnberg. Hunderte Musiker spielen teils auf offiziellen Bühnen, die in der ganzen Altstadt verstreut sind, teils einfach dort, wo sie stehen auf der inoffiziellen Straßenbühne. Meist sind die Musiker, die sich einfach auf die Straße stellen, viel interessanter als die, die das offizielle Programm bestreiteten.

Gestern war ich mit Moni und Astrid unterwegs und wir haben im wahrsten Sinne einen Barden getroffen, nämlich Ivan Hajek. Ivan Hajek spielt Akkordeon, ein Instrument, das mir zumindest immer erstmal meinen Großonkel vors innere Auge zerrt und ihn ganze Familienfeste lang volkstümliche Musik spielen lässt. Grusel, Horror, Schock, Schwerenot. Nun, Ivan Hajek kann man glücklicherweise absolut nicht mit meinem Großonkel vergleichen. Ivan Hajek holt aus seinem Akkordeon nämlich Musik raus, die man niemals dadrin erwartet hätte. Man hat zwischenzeitlich eher das Gefühl, dass da ein Geiger vor einem steht, der seinem Instrumet gefühlvolle, temperamentvolle und mitreißende Stücke entlockt.

Darüber hinaus ist Ivan Hajek ein ziemlich lustiger, impulsiver, sympathischer Mann. Als wir ihn gestern entdeckt haben, war er leider in unmittelbarer Nähe zu einer riesengroßen Trommelgruppe stationiert, so dass man seine Musik kaum hörte und er bald "irre werden" würde. Weil wir zufällig grad die einzigen waren, die ihm zugehört hatten, hat er uns mal eben sein Akkordeon, seine CDs, alles was er dabei hatte zum Aufpassen überlassen und sich einen neuen Standort gesucht. Wahrscheinlich ein Vorteil, wenn man Akkordeon spielt - damit kann eh niemand was anfangen, so dass es einem keiner klaut. Als er dann einen neuen Platz gefunden hatte, haben wir mal eben beim Umzug geholfen und endlich, endlich konnte ich ganz wahrheitsgemäß den Satz anbringen: "Ich habe eine Wassermelone getragen!". Träume wurden wahr.

Naja, Moni kannte schon ein paar Stücke von ihm (er hat zum Beispiel die Musik für den Film "Die Friseuse" komponiert) und weil er uns so nett fand, hat er ihr gleich mal ein Wunschkonzert gespielt. Nach drei Tönen standen allerdings auch schon zwanzig andere Leute bei ihm, mit jedem Stück wurden es mehr. Ich war jedenfalls schwer begeistert. Leider hatte Moni massiven Bierdurst, so dass wir dann doch irgendwann weiter mussten. Hach. Ich hätte noch wesentlich länger zuhören können.

2 Kommentare: