Montag, 12. April 2010

Musikalischer Hassmontag

So,

der Musikquatsch geht weiter, als nächstes auf der Liste steht, man soll einen Song posten, den man hasst. Nichts leichter als das - neben der ganzen Plastik-Pop-Scheiße, die in der Regel im Radio läuft, hasse ich ganz besonders "Wicked Game" von Chris Isaak. Und Schuld hat mein ältester Bruder.

Bei uns zuhause hab ich nämlich, als erstmal unser Dachgeschoss ausgebaut war (was wir übrigens komplett selbst gemacht haben, meines Vaters Heimwerkkünsten und der allgemeinen Geldknappheit sei Dank), habe ich das Zimmer direkt neben dem meines großen Bruders bekommen. War soweit auch schön. Aber dann kam der eine Sommer. Der Sommer, in dem seine damalige Freundin mit ihrer Familie die kompletten Ferien auf Rügen verbrachte. Ohne ihn, weil er bei seiner Ausbildungsstelle keinen Urlaub bekam. Oder weil kein Platz im Auto war. Oder...keine Ahnung warum, auf jeden Fall war er da und sie dort.

Und wie das so ist mit kurz vor 20, man neigt ja zu Dramatik und großen Gefühlen, großen Gesten, zum Ende der Welt. Also stillte er seinen Trennungsschmerz mit sehnsuchtsvoller Musik. Das allein wär schon schlimm genug, wenn man im Zimmer nebenan wohnt und alles mit anhören muss, aber zumindest wären es unterschiedliche Songs gewesen. Nein, nein, mein Bruder stürzte sich richtig tief rein in die Melancholie und hörte "Wicked Game" auf Dauerschleife. Einen ganzen Sommer lang. Und zwang mich dazu, es durch die Wand mitzuhören. Das Wort Hass drückt gar nicht alles aus, was ich für dieses Lied empfinde. Ich könnte es tausendmal in diesen Post schreibe und es wäre immer noch zu wenig.

Und wofür das ganze? Dafür, dass heute keiner mehr weiß, warum er damals eigentlich nicht mit konnte, die Freundin längst vergessen und seine aktuelle Freundin (aktuell klingt so falsch, die beiden sind immerhin...ähm...13 Jahre(?) zusammen) sowieso viel toller ist. Und was lernen wir daraus? Chris Isaak zu hören lohnt sich nicht. Hier habt ihr ihn trotzdem:


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