Donnerstag, 6. August 2009

Eine zufällige Begegnung

Hurra,

ich habe eines meiner momentan sechs Leseprojekte beendet: Charles Chadwick - Ein zufällige Begegnung. Wird auch gerade von Elke Heidenreich als Buch der Woche auf lit.colony angepriesen und ich muss sagen, mir hat es auch ausnehmend gut gefallen.

Es geht um Elsie, die so unsagbar häßlich ist, dass sie jedem Menschen in ihrer Umgebung Unbehagen verursacht. Selbst ihre Mutter hat schon im Vorfeld der regelmäßigen Besuche ihrer Tochter ein schlechtes Gewissen, weil sie sie nicht lieben kann und auch nie weiß, worüber sie mit ihr reden soll. Elsie ist einfach so häßlich. Um das eigene schlechte Gewissen zu beruhigen, unterstützt sie ihre Tochter mit jeder Menge Geld.

Elsie selbst hat aufgehört, unter ihrer Häßlichkeit zu leiden, seit sie die Hoffnung aufgegeben hat, unter den Menschen jemanden zu finden, der ihr gegenüber unbefangen agieren kann. Es gibt einfach niemanden, der sich nicht von ihrem Äußeren ablenken lässt oder von ihrer knurrigen Stimme abschrecken lässt. Um so wenig Kontakt zu Menschen wie möglich zu haben, arbeitet sie als Putzfrau, denn in dem Job kommt man an den Arbeitsplatz, wenn alle anderen ihn verlassen haben. So hat sie es sich in ihrem Leben ganz erträglich eingerichtet...man muss halt nur die richtigen Mauern aufbauen, um nicht mehr enttäuscht zu werden.

Doch dann trifft sie völlig zufällig in einem Bus auf Stan. Stan ist frisch raus aus dem Gefängnis, wo er wegen Mordes gesessen hat. Wie alle, fühlt er sich von Elsie sofort abgestoßen und erzählt ihr von seiner Tat - um sie abzuschrecken. Sie soll ihn einfach nur in Ruhe lassen! Doch wie das Leben manchmal so spielt und man trifft sich ja auch immer zweimal im Leben, treffen sie noch einmal aufeinander.....und trennen sich fürs Erste nicht mehr.

Wow, Leute...das Buch ist SO schön. Die häßlichste, einsamste Person der Welt trifft auf einen abgebrochenen Ex-Knacki, der sich mit gelegentlichen Deals über Wasser hält, aber leider von alten "Kollegen" verfolgt wird. Natürlich vermutet er bei einer häßlichen Person wie Elsie weniger Menschlichkeit, weniger Intelligenz, weniger Charakter - und wird schnell eines besseren belehrt. Denn Elsie ist im Grunde ein Schöngeist, sie liebt schöne Gärten und geschmackvoll eingerichtete Wohnung, das Cottage ihres Onkels setzt sie so gekonnt wieder in Stand, dass alle nur staunen können.

Sehr viele schöne Gedanken um innere und äußere Schönheit, Umgang mit Menschen und die Fähigkeit zur Selbstliebe. Noch dazu toll geschrieben, typisch englisch (was ich sehr positiv meine). Gleich mal schauen, ob Herr Chadwick noch mehr Bücher zu bieten hat...

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