Freitag, 31. Juli 2009

Softporno

Ich lese übrigens gerade "aus Versehen" einen Softporno.

Der Verlag Schwarzkopf&Schwarzkopf hat, wohl im Fahrwasser der "Feuchtgebiete", gedacht: "Hey, erotische Romane für Frauen sind grad voll erfolgreich und im Kommen. Auf den Zug springen wir doch gleich mal auf."

Gesagt, getan und das Imprint "Anais" gegründet (sprich: Anaiiiiiiiiis). In diesem Imprint erscheinen nun seit einem Jahr erotische Frauenromane...aber, das ist den Machern wichtig, intelligente, erotische Romane. Die Pressedamen von Schwarzkopf&Schwarzkopf gehören übrigens zu den fleißigsten der Branche, habe ich das Gefühl. Alle zwei Wochen wird man angerufen und gefragt, ob man denn nicht zu diesem oder jenem Buch mal flott ein kleines Special machen will. Die sind sehr freundlich dabei, echt. Und ich kann ja so schlecht nein sagen. Daher hab ich mich zu einer halben Zusage hinreißen lassen, zu Anna Blumbachs "Kurze Nächte" ein Interview zu machen.

Natürlich hab ich gedacht, ich würd das an eine andere Redakteurin abgeben, die aus Unlust, selbst Bücher auszusuchen immer nur schreibt: "Such du mal was für mich aus." ... Strafe muss sein, nicht wahr? Ich ihr also das Buch geschickt samt Pressemappe. Aber was ist? Sie hat "keine Zeit" für das Interview. Also blieb es an mir hängen und schon lese ich das Buch.

Das ist von der Handlung her sehr unspektakulär. Eva ist Mitte dreißig und lebt mit ihrem sechsjährigen Sohn Lasse in Berlin. Sie ist zwar studierte Architektin, aber arbeitslos, daher lebt sie von Hartz IV. Sobald ihr Sohn beim Vater ist, der im übrigen nie namentlich erwähnt wird, geht Eva feiern, wie damals in den 90'ern, als Berlin noch Underground und damit cool war. Und weil das jetzt noch zu langweilig wäre, reißt sie sich jedes Mal nen Kerl auf und vögelt sich mit ihm durch die Nacht. Zur Abwechslung nimmt sie dann auch immer mal ihren besten Freund Tom als Ersatz. Dann trifft sie den Künstler Kolja während so einer durchfeierten Nacht, der nicht nur Sex will sondern auch noch Fotos davon, wie die beiden mal so richtig die Sau raus lassen.

Das ist im Wesentlichen die Handlung bis Seite 180, viele Seiten kommen da nicht mehr. Ist schon locker und relativ witzig geschrieben das Buch, aber mir will der Sinn einfach nicht so ganz klar werden. Ich meine...das ist so langweilig. Feiern-Ficken-Feiern-Ficken-Feiern-Ficken. Was ist daran jetzt intelligent? Oder außergewöhnlich? Wäre ich 15, würd ich ja vielleicht hinter vorgehaltener Hand rot werden, aber so richtig erwachsene Frauen....werden das glaub ich, nicht aufregend finden. Puh, weiß noch nicht, was ich aus dem Buch machen soll.

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