Dienstag, 21. April 2009

Station Agent

Ich bin ja seit neuestem Mitglied in so einer Online-Videothek. Ich leg da halt im Internet eine Ausleihliste an, bestimme noch schnell, wie wichtig mir die einzelnen Filme sind, und bekomme dann entsprechend meinem Leih-Abo soundsoviele Filme monatlich zugeschickt.

Bei mir sind das im Moment zwei Filme monatlich, was mich schon an mein Leistungslimit bringt - aber ein noch kleineres Abo gab es nicht. Ich weiß gar nicht, wo andere Leute die Zeit hernehmen, so viele Filme zu gucken...naja.

Gestern jedenfalls hab ich es endlich mal geschafft, den Film zu gucken, der mir schon Anfang des Monats zugeschickt wurde: Station Agent. Die Geschichte ist schnell erzählt: Finn ist kleinwüchsig, daher sondert er sich immer von der Gesellschaft ab, weil er das Gefühl hat, als Sonderling ständig angegafft zu werden. Sein einziger Freund ist Henry, der einen Modelleisenbahnladen besitzt, in dem auch Finn arbeitet. Dummerweise stirbt Henry nach zwei Minuten Film.

Doch er hat Finn etwas hinterlassen - ein Wärterhäuschen in New Jersey, passend zur Leidenschaft, Züge zu beobachten, die die beiden immer verbunden hat. Finn hält nichts mehr dort, wo er wohnt - er lässt alles hinter sich und zieht in dieses Wärterhäuschen in der Pampa in New Jersey. Direkt nach seiner Ankunft wird er von Joe genervt, der einen Imbisswagen direkt vor dem Wärterhäuschen betreibt. Außerdem wird er auf seinem ersten Ausflug zum Supermarkt direkt mal beinahe von Olivia überfahren - lustigerweise überfährt sie ihn auf dem Rückweg auch beinahe noch einmal.

Nun, Finn versucht, beiden aus dem Weg zu gehen, weil er lieber allein ist. Aber die beiden lassen sich nicht abschütteln. Nach und nach entspinnt sich ein Freundschafts-Dreieck.

So, das ist der Film. Es passiert wirklich nicht viel rein handlungsmäßig. Und doch ändert sich innerhalb der Figuren in dieser kurzen Zeit eines Filmes so ziemlich alles, was sich ändern kann. Man kommt sich näher, man entfernt sich wieder, man schreit sich an, man ignoriert sich. Abgründe tun sich auf, sowohl für Finn als auch für die anderen. Es werden irre viele menschliche Gefühlswelten dargestellt, gleichzeitig ist der Film irre leise und idyllisch. So wortkarg und abweisend wie Finn ist, so plappermäulig und kontaktsuchend ist Joe...Olivia liegt irgendwo dazwischen.

Einer dieser wunderbar ruhigen, stillen Filme, die gleichzeitig aber viel mehr Inhalt und Unterhaltung bieten, als etwa 90% der durchschnittlichen Blockbuster, möchte ich meinen. Mir hat er gut gefallen.

2 Kommentare:

  1. Kann mir mal jemand erzählen, warum hier jetzt der html-Befehl zum Einbetten von Youtube-Videos nicht funktioniert?????

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  2. Yessssss, ich hab es mir selbst erklärt und das Problem abgestellt. Yiehaaa.

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