MOMENT!
Transsilvanien???
Ja, richtig, Transsilvanien. Am Sonntag Abend war ich auf Stippvisite in Transsilvanien, wenn auch nur mit dem nötigen Schuß Phantasie. Zusammen mit Marion (einer unserer Ex-Praktikantinnen) war ich beim Dracula-Dinner......im Normalfall kostet dieses Theater-Dinner etwa 70 Euro, enthalten sind dann im Preis ein 4-Gänge-Menü, ein Aperitif und eben die Darbietung der Schauspieler. Da ich im Leben keine 70 Euro für sowas ausgeben würde, war ich schon sehr froh, dass Marion Pressekarten besorgt hat - und wir dann eben im Zuge unseres "Vampir-Specials" über die Veranstaltung berichten werden.
Aber zur Geschichte: Graf Nosferacula, der letzte seiner Art, hat zum Fest des Lebenssaftes in sein Schloß geladen. Dabei hat er nicht nur an vampirische Freunde, sondern auch an Menschen Einladungen verschickt. So sind etwa 70 Besucher dem Ruf gefolgt und im Logenhaus der Freimaurer erschienen - alles ist sehr stimmungsvoll dekoriert: Runde Tische, weiße Tischtücher, schwarze Rosen und Läufer, silberne Kerzenleuchter an jedem Tisch....Nebel wabert durch den Raum, er ist in mehr oder minder düsterem Zwielicht gehalten.
Vier Schauspieler sind an der Darbietung beteiligt und übernehmen insgesamt jeder zwei Rollen. Die wichtigsten sind der Kammerdiener des Fürsten "Rensing", Graf Nosferacula selbst, Esmeralda (Rensings Schwester, die versucht die Besucher vor vampirischen Übergriffen zu schützen, außerdem in die Zukunft sehen kann und eine große Meisterin der Tarotkarten ist) und Lucy van Helsing, die zunächst einfacher "Gast" ist - allerdings tiefer ins Geschehen verstrickt wird, als ihr wohl lieb gewesen sein dürfte.
Der Graf entpuppt sich als schwuler Hobby-Koch, der dem Blutsaugen entsagt hat. Daher ist er auch ein Dorn im Auge seines Vaters - aber umso unterhaltsamer, der Gute. Das Menü des Abends hat er höchstpersönlich zusammengestellt und seine Bediensteten beim Kochen beaufsichtigt. Der Zuschauer wird während des Abends weniger durch ein "Stück" mit durchgehendem Inhalt geführt, sondern es wird tatsächlich das Dinner als solches als Rahmen genutzt - und zur Unterhaltung alles zwischen Klamauk, Comedy, Musical und Grusel gebracht, was die Trickkiste so hergibt.
Sehr geschickt nimmt die Produktion das Vampirgenre dabei auf die Schippe, ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Vielmehr macht es unendlich Spaß, den verqueren Charakteren bei ihrem Spiel zuzusehen. Nebenbei war das Mahl auch sehr lecker, einzig die Tomatencremesuppe ("Tomaten, brutal von 20 Witwen von den Sträuchern gerissen und zu Muss zerquetscht...") fand ich nicht soo toll.
Ansonsten ein gelungener Abend, zu dem ich sagen muss: Wenn ich es finanziell dicker hätte, würd ich mir das sogar auch mal leisten. War einfach sehr gute Unterhaltung. Zwei kleine Minuspunkte muss ich aber doch nennen: 1. Getränke mussten extra bezahlt werden, nicht einmal Wasser war im Preis inbegriffen. 2. Man durfte nicht fotografieren....daher auch nur Pressefotos hier, die nicht mal von dem Abend direkt waren - daher auch andere Schauspieler zeigen....naja, verbesserungswürdig. Sonst genial!
Den eifrigen Leser interessieren an dieser Stelle weniger irgendwelche Schauspiel-Fuzzies,sondern eher dein Outfit!Oder hattest du dir selbst auch ein Fotoverbot verhängt?
AntwortenLöschenHm, so in der Art. Uns wurde halt schon beim Betreten des Hauses gesagt, dass drinnen nicht fotografiert werden soll....also, GAR NICHT. Hat das Ganze halt erschwert....aber soo spektakulär war es auch nicht... ;)
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