Mich beschätigt übrigens mein aktuelles Lesefutter aufs Extremste. Haruki Murakamis "Kafka am Strand" verwirrt und fasziniert mich zugleich, einerseits wegen der drei Handlungsstränge, die erst langsam und allmählich etwas miteinander zu tun zu haben scheinen. Andererseits ist es der Inhalt an sich, der mich wirklich immer wieder grübeln lässt, wohin diese literarische Reise noch gehen soll, wo sie mich als Leser hinführen soll und was ich gegebenenfalls aus diesem Buch mitnehmen soll.
Der Titelheld Kafka Tamura reißt mit 15 von zu Hause aus und verschanzt sich in einer privat geführten Bibliothek. Ihn plagt eine Prophezeiung, über die er mit niemandem spricht außer mit "Krähe" - anscheinend eine Art imaginärer Freund und Lebensratgeber. Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit Nakata, der nach einem "Unfall" in seiner Grundschulzeit (während des 2.Weltkrieges) sein Gedächtnis verloren hat. Er kann nicht mehr schreiben und hat erheblich an Intelligenz eingebüßt, gleichzeitig kann er plötzlich mit Katzen sprechen. Im dritten Handlungsstrang werden die Untersuchungen zu eben jendem Zwischenfall in Nakatas Schulzeit dargestellt.
Also - auch wenn Roland Barthes und Michel Foucault zusammen mit den Literaturtheoretikern der Dekonstruktion den Tod des Autors proklamiert haben und seitdem völlig egal ist, was der Autor mit seinem Werk im Sinn hatte - frage ich mich: "Was will der Autor mir sagen?". Ein sehr verqueres, bockiges Buch, das dem Leser eben nicht alles in gut verdaulichen Häppchen präsentiert. Vielleicht werde ich auch nach der Lektüre noch nicht wissen, was ich damit anfangen soll, wer weiß. Ist aber auch egal, Faszination übt es so oder so auf mich aus.
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