Naja, immerhin hat der Flieger nach Paris auf die Minute rechtzeitig den Boden verlassen und uns sehr souverän zum Umsteigen gebracht. Pain au chocolat gab's zum Aufwachen dazu - Air France, ick mag dir. Einen Flug und ein paar Stunden später waren wir dann auch schon auf schottischem Boden angekommen, warfen uns in den Bus Richtung Zentrum, suchten und fanden das Hostel und bezogen unser gar royales Vierbettzimmer. Und dann ging's auch schon direkt los auf Entdeckungstour, wirklich vorbereitet war keine von uns, aber das ist bei Städtetrips ja auch eher weniger schlimm, die wirklich wichtigen Dinge sieht man so oder so.
In Edinburgh war am Samstag, als wir ankamen, gerade Armed Forces Day mit großer Parade und Aufmarsch von Veteranen - alle stilecht im Kilt! Und zu unserer großen Freude und Überraschung war auch die halbe Königsfamilie vor Ort, so dass wir ein wunderbar verschwommenes Bild der Prinzen Harry und William schießen konnten, während wir mit etwa 100 echten Untertanen vor dem Holyrood Palace (hier residiert die Königsfamilie, wenn sie in Edinburgh ist) im Regen ausharrten. Ach, nie werde ich mich britischer fühlen.
Nun ja, nachdem der royale Hokuspokus beendet und wir komplett durchnässt waren (denn die schottische Fähigkeit, samtlichen Regen an uns abperlen zu lassen, hatten wir noch nicht gelernt), haben wir eine kleine Tour durch Cafés und Pubs gemacht. Edinburgh ist definitiv geeignet, es sich nachmittags mit viel Kaffee und Kuchen gutgehen zu lassen (Triple Chocolate Muffin sag ich nur, der Wahnsinn!!) und abends in einen der vielen Party-Pubs zu gehen auf das ein oder andere Ale. Letzteres haben wohl auch unsere beiden Mitbewohner im Hostel ausgiebieg getan. Die erste der beiden 20-jährigen Ami-Mädels kam sturzbetrunken und lärmend heim und ich war froh, das obere Bett zu haben, denn hier konnte sie sich wohl kaum aus Versehen hineinwerfen. Kathi unten hat es allerdings auch überlebt. Weniger gut zu ignorieren war die zweite Dame, die mit Anhang kam und dann auch gleich nochmal allen demonstriert hat, wie sehr eigentlich die Betten quietschen können. Am unglaublichsten find ich allerdings, dass Kathi das alles einfach verschlafen hat, sie hat wirklich einen gesegnet guten Schlaf.
Nun ja, nachdem wir schon am Samstag unbewusst die meisten Sights to see mitgenommen hatten, stand für Sonntag eigentlich nur noch das Edinburgh Castle und der Arthur's Seat (der schon lang nicht mehr aktive Vulkan, an dessen Fuß Edinburgh gegründet wurde) auf dem Plan. Und natürlich ausgiebiges Frühstück, Kaffeetrinken und Shoppen.
Wie ihr an den Bildern erkennen könnt, ist Edinburgh eine mittelalterliche Stadt mit vielen historischen Gebäuden, winzig kleinen verwinkelten Gassen, kreuz und quer verlaufenden Wegen, übereinander gebauten Häusern und und und. Hügelig ist es, teilweise direkt steil. Einen unglaublich schönen, aber gruseligen alten Friedhof gibt es an der Greyfriar's Cathedral (hier kann man auch eine Gruseltour bei Nacht machen, aber uns hat's bei Tag schon gereicht, vor allem, als wir merkten, dass unser Hostel direkt an den Friedhof grenzt....) und es spielt wirklich an jeder Ecke jemand Dudelsack. Für eine Städtetour an einem Wochenende würde ich's allemal empfehlen, wer auch gern in Museen geht, hat sicher auch länger was zu tun. Uns haben die 2,5 Tage aber dann gereicht und wir sind weiter nach Glasgow. Davon aber wann anders mehr.
Die Altstadt von Edinburgh - alles kreuz und quer und teilweise übereinander. Und seht ihr das, dass unter der Straße (bei der Brücke) auch noch Wohnungen sind? Ich fand das absolut faszinierend.
Und die Altstadt nochmal von der anderen Seite, aus Richtung "New Town", wo wir gerade das Sir Walter Scott Denkmal bewundert haben. Und Schuhe kauften.
Das ist der Holyrood Palace mit vielen kleinen Untertanen vor dem Tor, die darauf warten, ihre Prinzen als winzig kleine, kaum erkennbare Punkte zu sehen und sich dabei vollrgenen lassen. Zwei Minuten später standen Kathi und ich ebenso an.
Wenn ihr das Bild groß macht (also einfach einmal draufklickt), dann könnt ihr erahnen, dass da Harry und William gerade Richtung Autos gehen.
Und wenn ihr das hier auch groß macht, könnt ihr zumindest Harry ein bißchen besser erkennen. William steigt ja grad schon ins Auto.
Wie gesagt: Britischer werde ich mich wohl nie fühlen, als an einem verregneten Tag vor einem Palast zu stehen und kleinen Punkten beim Einsteigen in ein Auto zuzusehen.
Das hier ist der Friedhof, von dem ich erzählt hab. Wenn man geradeaus weiterging, hat man direkt unser Hostel als Rückwand einiger Gruften ausmachen können. Fein. Über Friedhöfe in Schottland mach ich nochmal nen Extra-Post, da haben wir einige gesehen.
Abendessen im "Ensign Ewart", süßer kleiner Pub mit einem netten Barkeeper, der mir wohl alles über Ales erzählt hat, was ich jemals hätte wissen müssen. Wenn ich ihn denn verstanden hätte....
Unser Hostel. Zumindest das Haupthaus - unser Zimmer lag auf der anderen Straßenseite (also hinter der Kamera) in direkter Nachbarschaft des Party-Pub-Platzes. Also schön laut. Aber immerhin ging unser Zimmer nicht zum Friedhof hin raus.
Edinburgh Castle. Nur ein Bild von außen, denn der Eintritt hat 14 Pfund gekostet, das war uns zu viel. Aber durchaus beeindruckend, wesentlich größer als die Burg in Nürnberg.
Nachdem man den Arthur's Seat erklommen hat (immerhin 257 Meter) hat man einen wirklich wunderbaren Blick auf die Stadt und den Firth of Forth (die Bucht, an der Edinburgh liegt).
Natürlich mussten wir Touristenbilder machen mit uns und der Stadt. Ich hab versucht, Kathi hier mit reinzuschneiden, aber habe sie dabei leider mehrerer Extremitäten beraubt. Daher hab ich es lieber dabei belassen, dass nur ich zu sehen bin. Ich kam mir übrigens teilweise ein bißchen amerikanisch vor, wie ich da mit meinen Wanderschuhen durch die Stadt lief. Aber gut.

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