Ach, was war sie schön, die letzte Woche. Drei Konzerte in ihr - hat man ja auch nicht immer. Und wie war'n sie so?
Naja - dass Madsen eher eine Teenie-Veranstaltung werden würde, hatte ich ja schon befürchtet und genauso kam es auch. Alles, was über 20 war, war alt. Dafür war aber immerhin ordentlich was los in der Halle, im Gegensatz zu vielen anderen Konzerten in Franken. Aber, wie soll ich sagen: Alles nicht so überzeugend. Ein Lied vom Madsen im Radio erscheint einem noch als ganz nett, vielleicht sogar mal wirklich gut mit Aussage, die man so wenn auch nicht unterschreiben nicht durchstreichen würde. Ich sage euch - 90 Minuten geballt am Stück werden einigermaßen gute Texte zu banalen und sinnlosen Phrasen, immer das gleiche nur mit einem anderen Gitarrensound unterlegt. Die Jugend hüpft und springt dazu - hätte ich mit 16 vermutlich auch gemacht, wenn mir jemand vorsingt, dass die Welt böse und gemein ist und nur darauf wartet, dass WIR sie gemeinsam mal aufn Kopf stellen. Mit 29 ist mir das dann doch zu plump auf Dauer. Fazit: Nettes Konzert irgendwie, muss aber nicht nochmal sein.
Anajo hatten eher das Problem, dass ich das letzte Konzert von ihnen so toll fand und meine Erwartungen so hoch waren. Die konnten sie nicht erreichen, egal, was sie getan hätten. Schon gar nicht, da sie wieder einmal NICHT "Gleis 7 um 16 Uhr 10" gespielt haben. Ob sie annehmen, dass es im Süden nicht so gut ankommt? "Wenn du nur wüsstest" kam übrigens auch nicht, womöglich schlug hier doch das vermutete Phänomen zu, dass man die eigenen Hits nicht mehr hören mag irgendwann. Aber auch "Jungs weinen nicht" wegzulassen, nun ja. Insgesamt war es ein schönes Konzert und der Club Stereo die perfekte Kulisse, nur fand ich Anajo ein wenig unmotiviert. Haben das Set eher runtergespielt, weil es sich eben so gehört, schließlich war man angekündigt und so. Aber so richtig sprang der Funke aufs Publikum nicht über. Und obwohl es schön war - das Spannendste an diesem Abend war das Mädel vor uns. Es trug ein bunt gestreiftes Polo-Shirt - immer wenn das Scheinwerferlicht die Farbe wechselte, blinkte das Shirt, als hätte es LED-Streifen. Herrlich, gekringelt haben wir uns vor Lachen. Das konnte nur noch dadurch gesteigert werden, dass wir irgendwann ihr Zopfgummi entdeckten. An diesem hingen zwei rote, plastene Kugeln, die wunderbar im Rhythmus der Scheinwerfer aufleuchteten, als hätte Rudolph das Rentier höchstpersönlich sie hergestellt. Ich weiß, muss man erlebt haben, damit es lustig ist, aber was soll ich tun? Kommt halt mit nächstes Mal... ;)
Und dann? Die Beatsteaks aus Berlin. Was soll man da noch sagen? Ich war skeptisch, fand die Halle viel zu groß. Ich bin kein Fan so großer Konzerte, ich finde, da kommt selten Stimmung bis nach hinten durch. Und um vorne zu stehen, fehlt mir die Motivation, die nächsten drei Wochen blaue Flecken auszukurieren. Aber was soll man machen - Beatsteaks verpassen? Geht ja auch nicht. Also hin und auf das Beste hoffen. Und es wurde das Beste, yesss. Beatsteaks lohnen sich einfach immer, Stimmung bis ins letzte Eckchen, sogar die Securities haben mitgetanzt und -gesungen. Ein großer Klumpen Konzertglück schwappte durch die Halle. Sie habens halt drauf und ich kann nur die Ärzte zitieren: "Wie kann man bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben?". Eben, kann man nicht. Fazit: Alle hin zu den Beatsteaks!
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